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Geschichte Einsteinstraße 42

1885 erwirbt Joseph Schülein eine Gaststätte namens „Fügerbräu“ an der Äußeren-Wiener-Straße 38 – 44, der heutigen Einsteinstraße 42.

1895 gründet der Jungunternehmer seine eigene Brauerei unter dem Namen „Unionsbrauerei Schülein & Cie“.

Am 8. Juni 1903 wird das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Alsbald gehören zum Unternehmen „Unionsbräu“ auch der Münchener Kindl-Keller und der Bürgerbräukeller, beide am Rosenheimer Berg.

1921 fusioniert die Unionsbrauerei mit Löwenbräu. Hermann Schülein, Sohn von Joseph Schülein, wird zum Vorstandsvorsitzenden der Löwenbrauerei.

1933 kommen die Nationalsozialisten an die Macht. Als jüdische Brauereifamilie werden die Schüleins aus ihren Ämtern bei Löwenbräu gedrängt. Am 1. Januar 1935 tritt Dr. Hermann Schülein als Aufsichtsratsvorsitzender zurück. Über die Schweiz wird er in die USA emigrieren.

1943/1944 werden durch alliierte Bombenangriffe auf den Münchner Osten die gesamte Unionsbrauerei, der Münchener Kindl-Keller und große Teile des Bürgerbräukellers zerstört.

Im Rahmen der „Sanierung Haidhausens“ ab Ende der 70er Jahre wird auch über die Sanierung der ehemaligen Unionsbräukeller im „Sanierungsblock 49“ diskutiert. Mitte 1990 steht fest: Die Keller werden saniert und einer kulturellen Nutzung zugeführt.

1997 gründet sich die Kultur-Cooperative, bestehend aus Theater rechts der Isar, Jazzclub Unterfahrt, Freies Musikzentrum und KiM-Kino. Ab 1998 werden die Keller von der Coop bespielt. Wenige Jahre später geben das Theater rechts der Isar und das Freie Musikzentrum ihr Engagement in den Einstein-Kellern auf.

Mehrere Zwischennutzer scheitern.

Im Jahr 2012 übernimmt unter der Federführung des Jazzclubs Unterfahrt die Einstein gemein. Betriebsgesellschaft UG (haftungsbeschränkt) die Leitung des gesamten annähernd 2.000 qm großen Kellerareals. Als unabhängige Gruppe wird gleichzeitig die Filmarbeit des KiM-Kinos (ehemals „Kino im Museum“) in neuen Räumen in den Einstein-Kellern fortgesetzt.

2014: Unter dem neuen Logo „Einstein Kultur“ ist inzwischen ein attraktives Kulturzentrum in Haidhausen entstanden. Neben dem Jazzclub Unterfahrt und dem KiM-Kino treffen sich dort Musik- und Theatergruppen, finden Performances, Ausstellungen und vieles mehr statt.

Recherche und Text: Hermann Wilhelm, Haidhausen Museum

Bild: Die Schüleinsche Unionsbrauerei zwischen Einstein- und Kirchenstraße um 1900. Archiv Hermann Wilhelm/Haidhausen-Museum.