Veranstaltung » Einstein Kultur - Theater Musik Wort Bild.

yìshù xiǎoxī – Film als Partitur

17. Januar 2015, Halle 4, 19:30 Uhr

Eintritt: EUR15.00 Ermäßigt: EUR10.00

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yìshù xiǎoxī – Film als Partitur mit intuitiver Musik von Ardhi Engl und Christoph Reiserer – Meditation über einen Wildbach und Kunst aus dem Müll des Bachs.

Die beiden Förderpreisträger der Stadt München spielen intuitiv zum HD-Film von Ullrich Läntzsch. Ardhi Engl bringt dabei neben der Gitarre, die er klassisch am Richard-Strauss-Konservatorium in München studierte, selbstgebaute Instrumente zum Einsatz. Zum ersten Mal spielt er hierbei zusammen mit dem Saxophonisten und Klangkünstler Christoph Reiserer, der u.a. 2010 bei der Münchener Biennale die Konzertinstallation "some work" im Museum Villa Stuck realisierte. Selbstverständlich darf das Publikum im Vergleich zur Uraufführung am 10. Okt. 2014 mit Masako Ohta völlig andere Musik erwarten, aber wieder erleben, daß Musik und Bild verschmelzen wie nie zuvor und zu verstehen wie Musik entsteht.

Ardhiengl-foto-Andreas WeeberBildrechte: Andreas Weber

Ullrich Läntzsch über seinem Film:

"Die hervorragendste Eigenschaft des Films yìshù xiǎoxī besteht in seiner Qualität als Partitur für intuitive Musiker. So mußte ich mir eine Entscheidung abringen: Dieser Film steht für konventionelle Kinoauswertung nicht zur Verfügung! Nur Live - Konzerte lassen das Publikum die Musik in der Weise erleben, so wie sie mich bei der Demo-Aufnahme mit Masako Ohta verzauberte.

yìshù xiǎoxī ist die Dokumentation einer meist winterlichen Exkursion entlang des Arzbachs zu den 50 Skulpturen der Installation ARTbach. Alleiniges Rohmaterial aller Skulpturen ist Müll – Müll, ausschließlich aus eben dem ebenso schönen wie abgelegenen Arzbach im oberbayerischen Voralpenland. Der weglose Abschnitt des Bachs stellt zwar kein Problem für halbwegs erfahrene Bergsteiger dar – im Sommer – , ist aber selbst dann nichts für reine Wanderer. Nun aber war Winter, und vernünftigerweise hätten mich die vorhersehbaren alpinen Schwierigkeiten, wie verschneite Felspassagen, Bachquerungen und vor allem die erhebliche Lawinengefahr zurückhalten müssen. Vernünftigerweise. Eigentlich. Und doch begann ich zu drehen, ohne Etat, ganz allein – ein Wahnsinn, für den ich keinem Vorbild folgte...

Mein Filmkonzept beschränkte sich darauf, mit langsamer, ruhiger, aber nie statischer Kamera den möglichst authentischen Blick eines Bergsteigers einzufangen, der nichts von der Installation ahnt und der dem Bach nur seiner selbst willen folgt, dann aber völlig unvermittelt in Mitten der Natur auf Kunst stößt. Ein Oszillieren zwischen Kunst und Natur...

Ardhiengl-Foto-Helmut-Klingele_WSBildrechte: Helmut Klingele

Unendliches Glück bescherte mir hervorragendes Bildmaterial und ließ mich die 50 Drehtage trotz der winterlichen Bedingungen unfallfrei überstehen. 6 Monate Schnitt folgten – und aus nur 123 Einstellungen, verbunden meist mit Blenden und nur wenigen, aber dramaturgisch bedingten Schnitten, wurden 99 Minuten Film. Dem Bild vertrauend, dadurch eher meditativ und jenseits aller hektischen Video-Ästhetik.

Da alle Worte, die ich einem Publikum mitzuteilen habe, sich im Vorspann unterbringen lassen, stand von vornherein fest, es wird ausschließlich Musik zu hören sein - Neue Musik!"

Cristoph ReisererBildrechte: Irina Pasdarca

 

Mehr – z.B., warum ein chinesischer Titel? – siehe www.kunstMACHTsinn.de

 

Bildrechte: Andreas Weber & Irina Pasdarca