Veranstaltung » Einstein Kultur - Theater Musik Wort Bild.

Konzert von Le-Thanh Ho

30. September 2017, Halle 4, 20:00 Uhr

Eintritt (VVK): EUR9.50

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.staub

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Mit .staub veröffentlicht Le-Thanh Ho ihr zweites Soloalbum. Die in Berlin lebende Dichterin, Liedermacherin und Schauspielerin entwirft in chansonartigen Liedern surreale Bilderwelten, zwischen Selbstoffenbarung und poetischer Beschwörung.

Seit ihrer Schulzeit musikalisch aktiv, veröffentlichte sie 2014 die EP „Zellophan“, gefolgt von ihrem Debütalbum „Elephant“ im Jahr darauf, das mit diversen Preisen und Nominierungen bedacht wurde. Nun erscheint mit „Staub“ ein Album, das, als ein offenes Experiment angelegt, Le-Thanhs poetischen Explorationen eine völlig neue Richtung gibt.

Alexander Hacke, Mitglied der frühesten Stunde und Bassist der Einstürzende Neubauten, hat ein Album produziert, das sich weit über das Songformat hinauslehnt und ein poetisches Mischwesen aus Rezitation, Soundskulptur und Hörspiel schafft. Der fast statischen Einfachheit von Le-Thanhs Kompositionen, die sie selbst an akustischer Gitarre und Klavier begleitet, stellt sie ein Ensemble gegenüber, das sich aus der Berliner Echtzeitmusik/FreeJazz/FreeImprov Szene rekrutiert. Neben ihrem langjährigen e-Gitarristen Davide Panza hat sie das Duo Parallel Asteroid, bestehend aus Gregor Siedl (Saxophon und Tierstimmen) und Lan Cao (Synthesizer), sowie den Soundpoeten Martin Lau engagiert.

Anstatt sich auf die bloße musikalische Untermalung zu verlassen, setzt Le-Thanh auf ein dynamisches Kräfteverhältnis, das der halluzinatorischen Brüchigkeit ihrer Poesie entspricht. Ganz im Sinne des Titels, ist .staub ein Album, das die Reibung zelebriert. Le-Thanh singt, rezitiert und flüstert sich durch fiebrige Traumbilder und phantasmagorische Erinnerungen, lässt diese kollidieren mit tatsächlichen Tondokumenten aus ihrer Kindheit und Fieldrecordings ihrer Umgebung, und schafft so eine Welt, in der Poesie und Leben, Innen und Außen, Traum und Wahnsinn ununterscheidbar werden.

Zwischen feinsinnigen Soundarchitekturen und impulsiven Crescendi vollzieht Le-Thanh mit hemmungsloser Offenheit ihre eigene Zerrissenheit und Fragmentiertheit am Universum, feiert den Einbruch der Welt ins Gedicht und den Einbruch des Lebens in die Musik, bis sie am Ende explodiert und zu Staub zerfällt.